Die Geschichte von NOVOFLEX

Wie alles 1948 begann bis heute

Chronik

gegründet von Karl Müller sen., Fotograf und Fotohändler in Memmingen

1948

Reproflex Spiegelkasten für Leicakameras

1949

Eingetragener Markenname: NOVOFLEX, Produktion: Spiegelreflexgehäuse für LEICA- und CONTAX-Kameras und dazu passende Objektive

1950

Panoramakopf mit wechselbaren Teilungsringen

1955

Entwicklung und Produktion der ersten NOVOFLEX-Schnellschussobjektive

1956

Das zusammenschiebbare Fernobjektiv wird entwickelt

1960

Entwicklung und Produktion des Makroweitwinkelobjektivs 1:3,5/35mm.

1962

Das "B"-ajonett-Schnellschußobjektiv ersetzt die erste Version

1965

Entwicklung und Produktion des ersten Balgengerätes mit automatischer Blendenbetätigung zur MINOLTA SR-T 101 für Minolta-Camera

1967

Prismensucher mit Belichtungsmesser für Victor Hasselblad AB, Schweden

1972

Universal-Sonnenblende mit Filteraufnahme

1978

Entwicklung des Schnellschussobjektiv Typ C und des 200mm

1982

Entwicklung und Produktion von Schnellschuss-Zoom-Objektiven 60-300mm mit Tamron-Optik, Japan

1986

Automatisches Balgengerät für Canon EOS

1987

Kaltlichleuchte MAKL-150 mit externer Blitzmöglichkeit kommt auf den Markt

1990

Entwicklung von MiniConnect, Schnellkupplung

1994

Besitzwechsel der Firma NOVOFLEX. Umzug in ein anderes Fabrikations-gebäude. Namensänderung in

1996-01-01

1996

Entwicklung des Fachkamerasystems X-Act für die Firma Rollei, Braunschweig

1997

Design-Preis für MagicBall, Entwicklung und Produktion des kleinen MagicBalls

1998

Entwicklung eines dritten MagicBalls – “Der Universelle” – MB 50, der die MB-Familie MB Mini und MB “Der Große” ergänzt.

2001

Markteinführung des High-End Kugelkopfs ClassicBall 5

2004

Entwicklung des neuartigen Panoramasystems VR-System PRO zur Erstellung mehrzeiliger/sphärischer Panoramen

2006

Weltpremiere des ersten 4-beinigen, modularen Stativsystems “QuadroPod”

2008

Markteinführung von Fremdobjektivadaptern für das MicroFourThirds Kamerasystem

2009

Entwicklung und Markteinführung des flexiblen Dreibeinstativsystems TrioPod.

2013

Markteinführung der überarbeiteten Version des ClassicBall 5 und des ClassicBall 2.

2014

Entwicklung und Markteinführung der ersten elektronischen Objektivadapter SL/EOS und SL/NIK zur Leica SL.

2016

Das TrioPod PRO75 wird vorgestellt

2017

NOVOFLEX feiert sein 70. Firmenjubiläum

2018

Chronik

Wie 1948 alles begann bis 1995

Der Memminger Fotohändler Karl Müller jr. begann 1948 in einem Hinterzimmer seines, weit über die Grenzen Memmingens hinaus bekannten, Radio- und Fotofachgeschäftes mit dem Bau von Spiegelkästen für Sucherkameras von Leica und die Zeiss-Ikon Contax. Diese Spiegelreflex-Vorsatzgeräte ermöglichten es nunmehr auch Leica- und Contaxfotografen sowohl im Nah- als auch im Fernbereich Aufnahmen anzufertigen. Im Vergleich zu den Spiegelkästen der Originalhersteller konnten die NOVOFLEX-Geräte mit einigen "pfiffigen" Lösungen (Spiegelkupplung- und auslösung ohne Doppeldrahtauslöser sowie Mattscheibenschwenkung bei Drehung auf Hochformat) aufwarten und so die Anwender überzeugen.

Mit Beginn der 50er Jahre entwickelte NOVOFLEX nunmehr auch weiteres Zubehör für den Nah- und Fernbereich. Hierbei haben sich über die Jahre die Balgengeräte für unterschiedlichste Kameramodelle einen hervorragenden Ruf erworben. Einstellschlitten, Panoramaköpfe, Doppelsucher, Diakopiervorsätze ergänzten das Angebot. Ab 1955/56 folgte dann ein Gerät welches in den folgenden Jahrzehnten beinahe zu einem Synonym für NOVOFLEX werden sollte: das Schnellschuß-Objektiv. Bei diesem Objektiv erfolgt die Scharfeinstellung extrem schnell und präzise durch zusammendrücken des Pistolengriffes anstatt durch die langsame, drehende Bewegung eines Schneckenganges. Für Generationen von Tier- und Sportfotografen wurde es zu "der" Lösung, um schnell bewegte Objekte scharf im Bild festzuhalten.

Das Schnellschuß-System wurde in den folgenden Jahrzehnten immer weiter ausgebaut, konnte auf unterschiedlichste Objektivköpfe (auch aus Wetzlarer Produktion) zurückgreifen und auch mit Batteriegriffen und modernen Motorkameras gekoppelt und ausgelöst werden.

1986 wurde der Schnellschußgedanke dann dergestalt verfeinert, als das mit der Kombination der Tamronobjektive 3.8-5.4/60-300 sowie dem 2.8/300 das einzige Zoom-Schnellschuß sowie das einzige innenfokussierte Schnellschußobjektiv gebaut wurden.

Im Bereich der Makrofotografie hat sich NOVOFLEX von Beginn der 50er Jahre an ebenfalls einen herausragenden Namen erworben. Augehend von einfachen Balgengeräten mit Vollstangen, erfolgten später  Modifikationen zum Anschluß von Kompendien und Filmkopiervorsätzen. Das Balgengerät wurde ab 1957 sogar mit der Schnellverstellung des Schnellschußobjektiv gekuppelt und verband damit die Vorteile beider Welten. Um eine dunkles Sucherbild bei Mattscheibnfokussierung und abgeblendeten Objektivköpfen zu vermeiden, erfolgte ab 1962 die nächste Innovation mit Einführung der mit Doppledrahtauslöser gekoppelten "automatischen Blende", welche bis zum Aulösen ein helles Mattscheibenbild garantierte.

Mit dem Bau des Minolta Balgengerätes II für Minolta, Japan begann 1967 bei NOVOFLEX das Zeitalter der Automatikbalgengeräte bei denen unter Verzicht auf den Doppeldrahtauslöser die Funktion der Springblende (später auch der Offenblendmessung) über Profilstangen innerhalb der Führungsschienen übertragen wird.

1996 - Besitzerwechsel, Namensänderung und Umzug

Im Jahre 1996 beabsichtigte die Familie Müller die Aufgabe von Novoflex, weil man in der Folge der Einführung der Autofokus-DSLR-Kameras von Minolta, Canon und anderen keine Möglichkeiten mehr für den Absatz der Schnellschuss-Objektive sah. Reinhard Hiesinger, der bei Novoflex gelernt hatte und damals schon seit 30 Jahren bei Novoflex beschäftigt war, ergriff die Gelegenheit und gründete gemeinsam mit zwei Partnern die Novoflex Präzisionstechnik GmbH. Es wurden die Namensrechte sowie die Werkzeuge und Maschinen erworben, nicht jedoch die damalige Firmenimmobilie. Die neue Firma zog mit dem übernommenen Maschinenpark an einen neuen Standort in der Brahmsstraße am Stadtrand von Memmingen, der im Jahre 2017 weiter ausgebaut wurde.

Balgengeräte

Mit der Erfahrung aus dem Bau von Balgengeräten erfolgte im Jahre 1997 die Entwicklung des Fachkamerasystems X-Act für die damalige Firma Rollei Fototechnic in Braunschweig. Während von den ursprünglichen Automatikbalgengeräten heute nur noch das BALCAN-AF für Canon EOS-Kameras produziert wird, bieten die neueren universellen Balpro-Balgengeräte von Novoflex mit Tilt- und Shift deutlich mehr Einstelloptionen und Anschlussmöglichkeiten an praktisch alle Kameras mit Wechselobjektiven.

Kugelköpfe, Schnellkupplungen und Stative

Mit dem eigenwilligen Kugelkopf MagicBall machte sich Novoflex ab 1996 auch als Hersteller von Kugelköpfen einen Namen. Die MagicBalls gibt es inzwischen in drei Größen und mit dem MagicBall Free in einer modularen Version, die sich leicht an die jeweiligen Einsatzzwecke anpassen lässt. Im Jahre 1999 folgten mit dem Zwei-Wege-Neiger DinO und dem Kleinstativ BasicBall die nächsten Schritte in den Bereich der Stativ- und Haltesysteme. Später folgten die klassisch aufgebauten ClassicBall-Kugelneiger.

Als man auf der photokina 2008 das 4-beinige, modulare Stativsystem QuadroPod einführte, war die Reaktion des Publikums gemischt. Die Bemerkungen reichten von einer vollständigen Ablehnung des vierten Beins bis zur Bewunderung des Mutes, ein neues Stativsystem auf den Markt gebracht zu haben. Die modulare Idee des QuadroPod wurde 2013 vom TrioPod übernommen und mit dem TrioPod PRO75 weitergeführt. Als Alternative zu den schon in den 1990er-Jahren entwickelten MiniConnect-Schnellkupplungen folgte 2002 das Schwalbenschwanz-Schnellkupplungssystem Q=BASE und im Folgejahr die manuelle Schnellkupplungsvariante Q=MOUNT, die dem UniQ/C-Standard entsprechen und somit mit zahlreichen anderen Schnellkupplungssystemen kompatibel sind. Mit dem Universal Rail-System (Novoflex N) gibt es seit Ende 2017 eine Möglichkeit zahlreiches Zubehör an Videokameras zu befestigen. Das Universal Rail-System wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Kamerahersteller Alpa entwickelt und ist mit zahlreichen gleich dimensionierten Systemen kompatibel.

Objektiv-Adapter

Mit dem Objektiv-Adaptersystem für die Universal-Balgengeräte sowie den Adaptern für Mittelformat-Objektive an Kleinbild-Kameras hatte sich Novoflex schon länger einen Namen als Adapter-Hersteller gemacht. Mit dem Aufkommen der spiegellosen Systemkameras begannen die Memminger ab 2009 mit der Markteinführung von Fremdobjektiv-Adaptern für das MicroFourThirds Kamerasystem. Nur ein Jahr später folgten Adapter für die spiegellosen Systemkameras Samsung NX und Sony NEX. Der Adapter für die Sony-Nex-Kameras waren so konstruiert, dass er problemlos auch mit den Sony Alpha-Vollformat-Kameras mit Sony-E-Bajonett genutzt werden kann.

Die Königsklasse bei den Objektivadaptern erreichte Novoflex im Jahre 2016, als man mit dem Objektivadapter SL/EOS zur Leica SL nicht nur eine rein mechanische Objektiv-Adaption ermöglichte, sondern auch die Datenübertragung zwischen Canon-EF-Objektiven und der Leica SL ermöglichte. Inzwischen gibt es mit dem SL/NIK auch einen Adapter Nikon E-Type Nikkor-Objektive an Leica SL-Kameras.

Generationswechsel in der Geschäftsführung

Seit 2014 ist Michael Hiesinger neben Reinhard Hiesinger Geschäftsführer von Novoflex.